Die Favotiten der Jugendlichen im Web: Sex, Drogen und Gluecksspiel
BlackJack, Koks und Nutten - normalerweise nicht unbedingt die Hobbies, denen ein Elfjaehriger nachgehen sollte. Nicht so im Oesterreichischen Internet: Eine Untersuchung des Instituts fuer Jugendkulturforschung in der Alpenrepublik zeichnet ein ueberaus negatives Bild der Nutzung des Internets durch Jugendliche zwischen elf und 18.
Das Institut befragte 800 Jugendliche aus Hansi Hinterseers Heimat ueber ihre Surf-Gewohnheiten. Dabei kamen allerlei unangenehme Details zutage und die ueberaus zweifelhafte Feststellung, dass das Web ein “virtueller Umschlagplatz fuer Drogen, Pornographie und Gluecksspiel” sei. Im Grunde eigentlich nichts Neues, ausserdem: Was sollen Jugendliche schon tun, wenn sie aus einem Land stammen, dessen erfolgreichster Kultur-Export ein schmieriger, blonder Ex-Skifahrer und Schlagersaenger ist?
Frueher war es auch nicht anders
Rund 60 Prozent der Elf- bis 18-Jaehrigen sollen schon Porno-Websites besucht haben, so das Ergebnis der Untersuchung. Rund 50 Prozent der Befragten sollen sich bereits auf Gluecksspiel-Websites herumgetrieben haben und immerhin ein Fuenftel wusste, wo es im Web illegale Drogen zu kaufen gibt. Eltern duerften ueber die Untersuchung keinesfalls erfreut sein, das Institut bezeichnet sie als “ueberraschend und bestuerzend” und zeigt damit voellige Unkenntnis von den Vorgaengen in pubertierenden Gehirnen.
Erinnern wir uns zurueck: Die eigene Jugend, Anfang bis Mitte der Neunziger. Das Web war noch weit weg und trotzdem gab es Sex, Drogen und Gluecksspiel. Statt der Websites musste man sich eben andere Wege suchen. Gerade pubertierende Jungs, vor sexueller Triebkraft foermlich explodierend, griffen damals eben zum Porno-Heft von der Tankstelle oder aus Vatis Sammlung. Und Drogen? Die waren auch kein Problem, man musste nur die “richtigen” Leute kennen. Und zum Thema Gluecksspiel gibt es nicht viel zu sagen, in jeder Pommesbude haengt ein einarmiger Bandit - auch heute noch.
Interesse geweckt
Es handelt sich also bei den Besuchen von Erwachsenen-Websites weniger um ein Phaenomen des Internets, als vielmehr um einen normalen Schritt in der Entwicklung von Jugendlichen. Sie muessen sich ausprobieren und sind natuerlich an allem interessiert, was eigentlich “Erwachsenendinge” sind. Die Frage ist: Haben sie die Websites nur besucht oder auch genutzt? Dass es entsprechende Angebote, also Gluecksspiel, Drogen und Sex, im Web gibt, ist hinlaenglich bekannt.
(nz)
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